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Otto Frello-Der letzte Mensch

Otto Frello – ein besonderer dänischer Maler
Besuch in Varde

Varde
Für Kunstinteressierte, die ihren Urlaub in Jütland verbringen, gibt es hier einen kleinen Geheimtipp. Fahren Sie doch mal in das kleine Städtchen Varde an der Westküste Dänemarks, parken Sie Ihr Auto auf dem großen Parkplatz „City“ und laufen fünf Minuten bis zum Zentrum (immer nach dem Kirchturm richten!). Hinter der Kirche ist das Stadtmuseum, in dem Sie die Gemälde von Otto Frello bewundern können.
Otto Frello ist 1924 in der Nähe von Varde geboren und lebt heute in Kopenhagen, wo er Kunstgeschichte studierte und Zeichen- und Malunterricht nahm. Er arbeitete als Lehrer an der Kunstschule „Akademiet for fri og merkantil Kunst“, die er später auch leitete. Als Illustrator naturalistischer Darstellungen war er für den bekannten Verlag Politiken tätig und seine Handbücher über Pflanzen, Tiere, Technik, Kleidung kann man überall in Dänemark kaufen.
Durch Zufall entdeckte ein Verfasser im Jahre 1988 Otto Frellos Gemälde in dessen Haus (im Keller!!) und überredete ihn, diese öffentlich zugänglich zu machen. Die erste Ausstellung erregte großes Aufsehen im Land und das kleine Museum in Varde, wo die Gemälde präsentiert wurden,  erlebte einen Besucheranstrum. Alle wollten die spannenden Bilder von Otto Frello erleben. Dann folgte Ausstellung auf Ausstellung.
Es sind skurrile Bilder – fast wie aus dem Symbolismus -  wie „Der alte Baum“, wo rothaarige Frauen in einer bevölkerten Welt in langer Reihe auf einen mit Rosenranken bewachsenen Baum zugehen oder „Das fröhliche Kind“, das völlig unbeeindruckt von der trostlosen Erwachsenenwelt im Hintergrund spielt. Im Jahr 2000 entstand das Bild „Der letzte Mensch“. Hier beschwört Frello die Situation herauf, dass die Menschheit bis auf ein einziges Individuum ausgelöscht ist und vor ihrer endgültigen Vernichtung steht.  Nach Frellos Interpretation ist das gerechterweise eine Frau, war doch der erste Mensch ein Mann.  Ein unheimliches Bild, das die Frau in einem unfruchtbaren Land zeigt, makaber sogar der dazugehörende wurmstichige Rahmen.
Und wer noch mehr „Frello“ sehen will, kann ganz in der Nähe, im Bernsteinmuseum Oksböl,   das 5 qm große Gemälde eines Bernsteinwaldes bewundern.1997 konnte die Bernsteinsammlung ein bisher unbekanntes Insekt mit langen Beinen und kräftigen Flügeln zeigen. Gerade zu diesem Zeitpunkt arbeitete Otto Frello an dem großen Bernsteinwald. So fiel die Wahl des Namens für dieses Insekt auf Frello und der lateinische Name lautet daher „Cyttaromyia frelloi“, woraufhin Frello es auch mehrmals auf seinem Gemälde verewigte.

 

Otto Frello  5 Bilder

Otto Frello  5 Bilder

Otto Frello-Die blaue Kugel