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Hadersleben/Haderslev in Dänemark

Eine Autostunde nördlich von Flensburg liegt Haderslev, ein Städtchen mit bezaubernden Giebeln am Haderslev-Fjord, das neben seinem hellen gotischen Dom auch zwei Besonderheiten bietet, die man sich nicht entgehen lassen sollte:

zum einen das Lebenswerk eines Sammlers, Nordeuropas größte Töpferwarensammlung.
Louis Ehlers, ein gelernter Handwerksmaler, sammelte sein ganzes Leben lang zusammen mit seiner Ehefrau Töpferwaren aus allen Gebieten Dänemarks und setzte so nach seinem Tod im Jahre 1998 sich selbst und der Nachwelt  ein einzigartiges Denkmal. Diese Keramiken  vom Mittelalter bis ca. 1940 berichten eindrucksvoll durch ihre individuellen Charakteristiken auf Vasen, Platten, Töpfen, Krügen vom Alltag und den Feiertagen der Vorfahren.
Auch eine imposante Schachtelsammlung ist zu sehen. Ehlers schenkte diese einzigartige riesige Sammlung der Kommune Haderslev und seitdem ist sie in dem entzückenden Fachwerkhaus in der Slotsgade 20 ausgestellt. Als das Haus saniert wurde, entdeckte man übrigens eine kunstvoll bemalte Holzvertäfelung aus dem 17. Jahrhundert.

Ehlers Sammlung
Slotsgade 20 DK 6100 Haderslev
Tel. 0045-74530858
Geöffnet dienstags-freitags 10-17 Uhr
Samstags, sonntags, feiertags 13-17 Uhr



12 Kilometer nördlich von Haderslev liegt die einzige Brüdergemeindestadt Skandinaviens - Christiansfeld

Ursprünglich  1415  gegründet, als sich evangelische Gläubige aus Böhmen und Mähren nach dem Märtyrertod von Johan Hus zusammenfanden, wurde die Brüdergemeinde (nach einigen Religionskriegen) auseinandergeschlagen und wanderten aus, unter anderem nach Sachsen zum Grafen Zinzendorf, der  später das Oberhaupt der Bruderkirche wurde , wo die Brüderkolonie Herrnhut („unter Herrens Obhut“) errichtete. 
Im Jahre 1772 rief Christian VII, König von Dänemark, auf Anraten seines Ministers Struensee  die durch ihren Fleiß bekannten Herrnhuter Handwerker nach Dänemark und ließ sie das Städtchen Christiansfeld – nach ihm benannt – bauen. Der Ort wurde nach dem architektonischen Vorbild in Herrnhut mit seinen schnurgeraden Straßen und Häusern in den Stilrichtungen des späten Barock, Rokoko, Empire und Klassizismus errichtet.  Hier durften die Herrnhuter ihre Religion frei ausüben, bekamen Steuererleichterungen, Zollfreiheit, eine eigene Gerichtsbarkeit, keinen Militärdienst und Zahlungen aus der königlichen Kasse für Bauvorhaben.

Heute leben hier noch ca. 300 Brüder und Schwestern ( wie man sie nennt).Die Gebäude sind denkmalgeschützt. Das Kirchengebäude mit seinem Dach aus schwarzglasierten Dachziegeln – im Gegensatz zu den roten Dächern der übrigen Häuser - ist der Mittelpunkt des alten Stadtkernes. Der schlichte weiße Kirchensaal ist der größte Saal in Dänemark ohne tragende Säulen. Der Holzboden ist mit Sand bestreut, die Bänke sind weiss gestrichen, die Kronleuchter stammen aus dem Jahre 1777. Hier finden 1000 Personen Platz. Es gibt keinen Altar, nur einen Liturgietisch.

Interessant ist auch der Friedhof, Gottesacker genannt, eine Oase der Ruhe und des Friedens mit einer  langen Allee mächtiger Linden, wo die verstorbenen Mitglieder der Gemeinde – so wie sie früher in der Kirche saßen, die Schwestern rechts, die Brüder links - beerdigt sind. Alle Grabsteine sind gleich, als Symbol dafür, dass alle im Tod gleich sind. Die Gräber sind seit 1773 bewahrt.


ChristiansfeldCenter
Kongensgade 9
DK-6070 Christiansfeld
Tel. 0045-73561300
www.christiansfeldcentret.dk
geöffnet montags-freitags 9-15 Uhr

Für Schleckermäuler: Vergessen darf man nicht, den berühmten Christiansfelder Honigkuchen nach überliefertem Rezept aus der Bäckerei der Brüdergemeinde zu kosten.

 

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