KRAMERS-REISETIPPS

                                                                                    

Dänisches Design in wunderbarem Museum in Kolding


Südjütland bietet nicht nur eine wunderbare Küstenlandschaft, sondern auch einiges für Kunst- und Architekturfreaks. Die Stadt Kolding rühmt sich ihrer schönen Galerien, Werkstätten und ihrer Designschule, sie hat aber noch mehr zu bieten.

 


In der Nähe des Koldingfjords liegt das Kunst- und Kunsthandwerkszentrum Trapholt (www.trapholt.dk, täglich geöffnet von 10-17 Uhr). Von außen erinnert das Museum wegen seiner langen weißen Mauer, der sogenannten „weißen Straße“, an eine Klostermauer, von innen mit seinen hellen schneckenförmigen Aufgängen an das Guggenheim-Museum in New York. Die Dänen nennen es bescheiden „Klein Louisiana“ (nach dem berühmten Kunstmuseum nördlich von Kopenhagen), aber Trapholt braucht sich nicht zu verstecken. Es bietet einige Leckerbissen, vor allem für Fans dänischen Möbeldesigns.



Trapholt wurde 1988 eröffnet und zeigt aktuelle dänische Kunst, Skulpturen, Möbel, Keramik und Textiles. Es werden Möbel und Lampen von Kaare Klint, Poul Kjaerholm, Poul Hennigsen, der Afrika-inspirierten Nanna Ditzel oder von Charlotte Friis, deren Uhren-tisch den Titel trägt „What are we missing today?“
Und dann sind dort natürlich die Klassiker von Arne Jacobsen, Hans J. Wegner, Boerge Mogensen, Finn Juhl und Verner Panton vertreten.
Ganz besonders interessant ist das im Garten aufgebaute Sommerhaus von Arne Jacobsen, ein Kubeflex Ferienhaus, das aus einzelnen kubischen  Teilen besteht, die man ganz nach Geschmack des Bewohners durch weitere kubische Einheiten vergrößern kann. Es stand ursprünglich in Vordingborg auf Seeland und hat jetzt neben dem Museum Trapholt seinen Platz gefunden. Sogar der Kamin des schmucklosen Hauses ist „dänisch funktionell“ gelöst – halb als Innen- und halb als Außenkamin. Im Inneren des Gebäudes gibt es natürlich nur Arne Jacobsen-Design – vom berühmten „Ei“ und „Schwan“ und der „Ameise“ (seine Sessel, Sofas und Stühle) bis hin zum Besteck und den Armaturen.


Arne Jacobsen hat dieses flexible Haus 1969 bis 70 entworfen, jedoch war dieses Experiment für die damalige Zeit für eine Produktion zu radikal. Aber - und das ist auch einmalig – auf Anfrage kann man das Haus für einen Aufenthalt mieten.
Zum Museum gehört ein gut sortierter Shop und ein wunderschönes Café mit herrlicher Aussicht auf den Fjord.

 

Info: www.visitdenmark.de
      www.trapholt.dk
 

Fotos:
- "Hängesofa" von Nanna Ditzel
- Uhrentisch von Charlotte Friis
- Arne Jacobsen-Sommerhaus im Garten
- Arne Jacobsen-Sommerhaus von innen
 

"Hängesofa" von Nanna Ditzel
Uhrentisch von Charlotte Friis
Sommerhaus im Garten
Sommerhaus von innen