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Kult-T(o)ur für Sparfüchse: Günstig durch Mailand

 

Abendmahl, Arien und Aqua di Parma: Die Mode-Metropole Mailand muss nicht teuer sein. Für den Flug gilt: Je eher man das Ticket kauft, desto günstiger der Flug. Mit Ryanair oder Air Berlin fliegen Sie nach Bergamo, dem Flughafen, der 50km von Mailand entfernt liegt. Ein Taxi in die Stadt kostet stolze 100 Euro. Nehmen Sie den Shuttle-Bus für ca. 10 Euro pro Person und Sie sind in einer halben Stunde am Mailänder Hauptbahnhof.

Wer sich auskennt, geht von dort gemütlich zu Fuß ins Hotel, zum Beispiel ins  „Florida“, das nicht einmal hundert Meter vom Bahnhof entfernt liegt. Den Drei-Sterne-Komfort kann man vorher zu einem fairen Preis buchen. Das Hotel hat Aufzug, Klimaanlage, und ist in zentraler Lage, aber auch andere günstige Hotels kann man über www.hotels-direct-milan.com buchen, wie das „Hotel San Carlo“ oder „Hotel Mozart“. Googlen Sie unter „Hotel Mailand billig“. Die Metro ist nur einen Steinwurf entfernt. Tickets, die sogenannten „Carnets“ bekommt man in jedem Tabak-Shop, Zehner-Carnet, Zwei-Tages-Tickets bieten sich an. Also schnell Einchecken, frisch machen und auf zum ersten italienischen Abend.

 

Zum Aperitif sind es nur vier Stationen mit der Metro. Am Piazza Duomo (M3 bis Duomo) liegt die legendäre Bar „Bar Zucca“, ein Traum in Jugenstil direkt an der Galleria Vittorio Emanuele II, in der ein Herr namens Davide Campari anno 1867 den berühmten Campari erfand. Den sollte man dort auch trinken, so viel Luxus muß sein. Dafür kostet die beste Pizza Mailands bei „Rita & Antonio“ in der Via Puccini 2 nicht viel. Müde, satt und glücklich nehmen wir die letzte Metro um Mitternacht (bitte beachten: Einige Metro-Eingänge sind geschlossen, nur die beleuchteten sind geöffnet).

Den nächsten Tag widmen wir der Kultur. Zum Auftakt geht’s ins Café Radetzky, Trend-Treff für Künstler und Models, in der via Garibaldi 105. Schließlich  wollen „La Republica“ und die „Corriere della Sera“ in stilvollem Ambiente gelesen werden. Natürlich gehört zur Lektüre auch ein kleines Hörnchen-Gebäck à la „cornetto“ oder „brioche“.

Die Kult(o)ur beginnt mit dem  “Abendmahl“, also dem „Cenacolo Vinciano“ von Leonardo da Vinci. Die Besichtigung des Kunstwerks sollte man unbedingt von Deutschland aus reservieren. Eine Reservierungsnummer sowie eine Besichtigungszeit erhalten Sie unter Telefon 0039-02-92800360 (Eintritt ca. 11 Euro). Mit 15 weiteren Kunstinteressierten betrachten wir dieses berühmte Fresko im großen abgedunkelten Raum. Vorher kann auch ein Audioguide gemietet werden, der das Kunstwerk gekonnt und leicht verständlich auf Deutsch erläutert.

Zum Lunch empfiehlt sich das Bistro Gualtiero Marchesi im Dachgeschoss des Edelkaufhauses „La Rinascente“in der Nähe des berühmten Domes – geniessen Sie den traumhaften Ausblick zum Dom. Voller Vorfreude auf traumhafte Rabatte bummelt es sich entspannt durch die weltberühmte Jugendstil-Galerie Vittorio Emanuele II am Dom oder die Corso Como. Hier findet man avantgardistische Designerkleidung von Comme des Garcons und Yamamoto über Miu Miu bis zu John Galliano. Natürlich haben die edlen Kreationen oder das stilvoll verpackte Eau de Toilette von Acqua di Parma ihren Preis, dafür hängt aber auch der neueste Fummel auf der Stange.

Nachmittags ist noch ein Shopping-Bummel durch die Modemetropole Pflicht: In den bekannten Designer-Läden im sogenannten „Goldenen Viereck“ nahe der Scala ist natürlich nur Window-Shopping angesagt, gekauft wird in den einschlägigen Outlet-Stores wie im Diffusione Firme Moda, Corso Buenos Aires 77. Hier können Sie für 30-50% des ursprünglichen Ladenpreises Kleidung von D&G, Ferré, Kookai, Versace Sport ergattern… Oder im Salvagente, Via Fratelli Bronzetti 16 Armani, Versace, DKNY….Wer sich nicht scheut, die Prototypen der Vorsaison zu tragen, ist im „RJ Outlet“-Store an der richtigen Adresse (Via Zumbini 37). Prada,Gucci, Trussardi, Tod`s, Fendi, Bulgari – 30-70% Ersparnis winken im innovativen Ambiente des großen Ladens. Wenn man ein Schnäppchen machen will, dann sollte man früh aufstehen – der berühmteste Flohmarkt, Il Mercato di Viale (Metro M2-.San Agostino) öffnet samstags ab 8.30 Uhr.

 

Abends schnell ein Aperitif vor dem Opernbesuch in der „Bar Jamaica“, Metro M2, Station Lanza. Dort schmeckt der Prosecco gut und die „schnelle Nudel“ ist auch angemessen im Preis bei smarter Bedienung. Schließlich bleibt nicht mehr viel Zeit bis zur Vorstellung in der Scala. Oder wollen Sie das wahre Lebenselixir, die „lirica“, also die Musik der weltberühmten Oper, verpassen? Unbezahlbar, denken Sie? Keinesfalls! Gut, es gibt auch Karten für 2000€. Wer die Tickets für die Oper jedoch  über das Internet www.teatroallascala.org bucht, kommt deutlich günstiger in den Kulturgenuss. Zudem werden Restkarten täglich ab 12 Uhr mittags zur Hälfte des regulären Preises an der Theaterkasse verkauft. Mit etwas Glück ergattern Sie so ein Ticket für 10 Euro.

Noch Interesse an Sightseeing umsonst? Dann schauen Sie sich das Castello Sforzesco an. Hier trifft sich bei schönem Wetter Mailands Jungvolk. Oder brauchen Sie etwas Ruhe? Dann fahren Sie in die romanische Kirche Sant’Ambrosius (Metro-Station S.Ambrogio).

Müde, aber glücklich und mit einigen Einkaufstüten fliegen wir wieder nach Hause!

 

30.1.13

Dom zu  Mailand

Scala

7 Bilder Shopping-Edelläden, Galleria Vittorio Emanuele II
 

Kirche Santa Maria delle Grazie - hier ist Leonardos "Abendmahl"