KRAMERS-REISETIPPS

                                                                                    

Zur Olivenernte nach Italien


Von November bis März werden in Italien die Oliven geerntet. Für Urlauber, die noch einige Sonnentage erleben möchten, hier ein besonderer Tipp: Entdecken Sie doch einmal die Ölstraße, die Strada dell’Olio, von Ligurien im Nordwesten Italiens, die Heimat der Olivensorte Taggiasca.

Von San Remo kommend fahren Sie durch noch fast unberührte Orte in das Argentina-Tal entlang der Staatsstraße 548 Richtung Taggia, wo die Taggiasca-Olive das Licht der Welt erblickte. Das Öl aus dieser Olive ist ein feinfruchtiges und mildes Öl, das ausgesprochen beliebt bei Gourmets ist, da dieses feine Olivenöl den Speisen ihren Eigengeschmack belässt.
Weiter geht es nach Badalucco. Besuchen Sie dort Franco Boeri, den Olivenbauern von Olio Roi, Via Argentina 1, I-18010 Badalucco, www.olioroi.com – vielleicht lässt er Sie einmal in seiner Olivenmühle bei der Pressung mit den riesigen Steinrädern „molazza“ zuschauen.
Bereits im Mittelalter bauten die Bauern in dem gebirgigen Land durch Trockenmauern gestützte Terrassen, auf denen die mächtigen Olivenbäume wachsen. Exakt festgelegt sind die Höhenlagen der Anbauzonen (bis 500 Meter Höhe), die Terrassierung und die Bodenarten.
Olivenhaine erstrecken sich auf 13.239 Hektar. Von hier stammt das exzellente Native Olivenöl Extra Riviere Ligure DOP, im Januar 1997 als geschützte Ursprungsbezeichnung von der EU anerkannt. Extra natives Öl ist die höchste Qualitätsstufe und bedeutet kalte Pressung und ein Gehalt an freien Fettsäuren unter 1 Prozent. Ernte und Pressung müssen bis zum 31. März abgeschlossen sein. Der Höchstbetrag darf 7.000kg/ha bei Intensivanbau nicht überschreiten, die Ölausbeute maximal 25 Prozent betragen. Die Ernte muß von Hand oder mit sogenannten „trappas“ (Stöcke aus Kastanienholz zum Schütteln) erfolgen. Abgefüllt werden darf das Olivenöl mit geschützter Ursprungsbezeichnung nur im Anbaugebiet. Die Angabe des Produktionsjahrgangs auf dem Etikett ist vorgeschrieben.
Die chemische Beschaffenheit des Olivenöls ist dank der ungesättigten Fettsäuren extrem wohlbekömmlich und leichtverdaulich. Der Reichtum an verschiedenen Vitaminen macht das Öl außerdem zu einem Fänger der freien Radikalen, die für die vorzeitigen Alterungsprozesse des menschlichen Organismus verantwortlich sind. Es wirkt vorbeugend auf die sogenannten Wohlstandskrankheiten wie Arteriosklerose, Diabetes, Gefäßkrankheiten und Gallenstörungen. Also tropfen sie sich – wie die Einwohner dieses Gebietes – jeden Tag etwas von diesem goldenen wertvollen Öl auf ein Stückchen Brot und streuen Sie darauf ein paar Körnchen Salz – köstlich!
Kaufen Sie Olivenöl wegen der Haltbarkeit am besten in kleinen Flaschen. Diese sollten aus dunklem Glas oder mit Korb oder Folie umwickelt sein. Bewahren Sie Ihr Olivenöl nie unter 5 Grad C oder über 25 Grad C auf und möglichst nicht im Kühlschrank – dort wird es trüb und flockig
.

Anreise: Flug nach Nizza oder direkt mit dem Auto an der Küstenstraße von Nizza – vorbei an Monaco – Richtung San Remo (die berühmte Blumenriviera).
Unterbringung im Olivengebiet: Zum Beispiel beim Olivenbauern Dinoabbo, Via Roma 2 bis, I-18027 Lucinasco – www.dinoabbo.it – Tel. 0039-0183 52411 – sein Olivenöl gehört zu den besten Ölen Liguriens.

 Oder schauen Sie unter www.rivieradeifiori.org – da finden Sie weitere urige „Agriturismo“ (Bauernhöfe oder Ölmühlen)
 

mit trappas (Kastanienstöcken) werden die Oliven von den Bäumen geklopft
jede Flasche wird in den Familienbetrieben von Hand etikettiert und liebevoll verpackt
an romantischen Dörfern wie Dolceacqua fährt man vorbei in das Olivenanbaugebiet
hier kommt das erste (jungfräuliche) Olivenöl goldgelb aus der letzten Presse
Ehepaar Boeri von Olio Roi - bekannte Olivenöl-Hersteller
da braucht man nur mit einem Stückchen Weißbrot eintauchen!
bunte Netze fangen die herrlichen Oliven auf
der Olivenbauer Dinoabbo aus Lucinasco auf einem seiner Fangnetze
bunte Netze fangen die herrlichen Oliven auf