KRAMERS-REISETIPPS

                                                                                    

Günstiger (Öko-)Urlaub im Schweizer Jura

Wir starten unsere Reise in Neuchatel, dem fast tausendjährigen Städtchen am Neuenberger See mit seinen vielen schönen Häuserfassaden, seinem Schloss aus dem 12. Jahrhundert und vor allem seiner Stiftskirche mit dem markanten Zenotaph der Grafen von Neuchatel im Kirchenchor. Zu Fuß lässt sich die Altstadt ohne Probleme durchlaufen und zum Ausruhen bietet sich der Place des Halles mit seinen stimmungsvollen Restaurants und Cafés an.
Sehr schön kann man im Öko-Hotel L’Aubier mitten in der Stadt oder billiger in der Dépendance auf dem Lande in Montezillon übernachten (www.aubier.ch). Hier kommt das Essen vom eigenen Öko-Bauernhof, z.B. Gemüsejulienne und Quark-Soya-Sauce für ca. 20 CHF, Rindsgeschnetzeltes an Sojasprossen mit Topinambur-Pudding und rotem Reis für ca. 25 CHF.
Will man ins Land des Absinths eintauchen, die Heimat der „Grünen Fee“? Na ja, erst seit 2005 ist es wieder erlaubt, Absinth zu destillieren, auch wenn es viele Einheimische dort heimlich gemacht haben (Autoreifen verbrannt, damit man es nicht riecht!!). Ein kleines Museum über Absinth befindet sich in der Brennerei du Père Francois in Motiers (www.absintherie.ch). Seine Absinth-Pralinen sind köstlich! Wer das nicht mag, muß einen Ort weiter nach La Chaux-de-Fonds, die Uhrenstadt der Schweiz. Dort gibt es ein internationales Uhrenmuseum, wo mehr als 4500 Uhren ticken! Weiter geht es mit dem Schiff von Neuchatel über den Neuenburger- zum Bielersee, gemütlich durch den Zihl-Kanal, vorbei an einem großen Vogelschutzgebiet. In La Neuveville steigen wir aus. Es ist wiederum ein bezauberndes mittelalterliches Städtchen voller Leben, in dem sich noch jeder kennt und begrüßt. Hier wohnt man sehr günstig (ab 50 Euro) in einem ehemaligen Winzerhaus (Gästehaus „La Vigne“) mit verspielten Zimmern, die sich Chambre Degas, Chambre Debussy und Chambre Rousseau (letzterer lebte in der Nähe) nennen (www.chambreslavigne.ch).
Hunger? Sehr gut haben wir in La Neuveville in der „Hostellerie JJ Rousseau“ direkt am See gegessen, und da sollte man unbedingt die Eglifilets aus dem See auswählen! Und was wäre das Schweizer Jura ohne Besuch einer Käserei? Beim Namen „Tete de Moine“ läuft uns das Wasser im Munde zusammen. In Saint-Imier oder Bellelay kann man ihn testen und  bei der Zubereitung zuschauen. Nur hier auf dem Hochplateau finden die Kühe diese ganz besondere Mischung aus würzigen Gräsern und Kräutern, denen der „Tete de Moine“ seinen unverwechselbaren Geschmack und Charakter verdankt. Am Schluß gehört er auf die „Girolle“, womit  man sich die köstlichen kleinen Röschen abschabt.
Wir wollen noch ins Freiberger Land in den Landgasthof „Restaurant des Voyageurs“ in Bois-Derrière . Da kostet ein Menü mit Suppe, Salat, Schinkenrösti und Nachtisch sage und schreibe ca. 20 CHF! Weitere Übernachtungstipps sind das Gästehaus „Les Hirondelles“. Die neu eingerichteten Gästezimmer sind ideal für Familien mit Kindern. Es gehören zu diesem kleinen Hof Pferde, Esel, Kühe, Enten und morgens gibt es ein delikates Frühstück mit eigenen Erzeugnissen der Bäuerin Madame Gete. Übernachtung ab 40 Euro.
Zum Abschluss noch etwas Kultur? Dann muß man unbedingt in das entzückende Städtchen St.-Ursanne fahren, das direkt am Fluß Doubs liegt, der die Schweiz von Frankreich trennt. In der spätromanischen Stiftskirchen, in der die Gebeine des Heiligen Ursicinus liegen, kann man hochklassige Konzerte besuchen oder auch nur in dem stillen gotischen Kreuzgang Gemälde bewundern. Das wilde Flußufer lädt zu wundervollen Wanderungen ein. Da holt man sich Appetit auf die köstliche Doubs-Forelle! Aber nun genug von den Jura-Köstlichkeiten – den Rest soll jeder selbst erkunden!
 

im Uhrenmuseum von La Chaux-de-Fonds

9.1.13

St.-Ursanne am Flüßchen Doubs
auf dem Neuenburger See
beim Absinth-Destillieren

4 Bilder Watch Valley

im Uhrenmuseum von La Chaux-de-Fonds