KRAMERS-REISETIPPS

                                                                                    

Stimmungsvoller Alpabzug in Charmey in der Schweizer Region Freiburg (Fribourg) läutet das Ende des Bergsommers ein

Wie Königinnen ziehen die Kühe, Schafe und Ziegen nach vier Monaten in den Bergen im Spätsommer in ihr Heimatdorf im Tal ein. Es ist inzwischen ein international bekanntes Volksfest, das Tausende Zuschauer anzieht, wenn die mit bunten Blumen, Strohhüten und großen Treicheln (Glocken) festlich geschmückten Tiere in ihre Ställe zurückkehren.
Der bezaubernde 2000-Einwohner-Ort Charmey im Herzen der Region La Gruyère lässt uraltes Brauchtum lebendig werden. Die Älplerkinder führen den Umzug der Sennen in ihren farbenfrohen Trachten an.  Die Sennen tragen ihre hübsche Edelweiß-bestickte Sennenjacke, den Bredzon, die Frauen das prächtige Trachtenkleid, den Dzaquillon. Die Kühe bezaubern mit breiten kunstvoll verzierten Lederriemen um den Hals, die mit Blüten, Wappen und Namen traditionell bestickt sind und an denen die riesigen Kuhschellen hängen. Von weit her hört man sie mit Glockengeläut näherkommen. Am Ende einer jeden Herde fährt der hellblau-gestrichene Pferdewagen mit den Gebrauchsgegenständen von der Alp – dem Käsekessel, den Werkzeugen zur Käseherstellung und den Melkschemeln.
Man nennt diesen Abtrieb „Rindyà“ (in der Mundart Patois ist das der Ausdruck für Alpabzug)  oder auf Französisch „Désalpe“. Unten im Dorf werden die Herden, die von 9 bis 15 Uhr eintreffen, mit Alphornmusik, Fahnen- und Glockenschwingen und Volkstänzen begrüßt.  An vielen Stellen sind Stände aufgebaut mit regionalen Delikatessen wie dem berühmten Birnendicksaft „vin cuit“ und dem berühmten Käse Le Gruyère AOC, dem Greyerzer. Künstler und Handwerker stellen traditionelle Arbeiten vor, vom Stroh- und Korbflechten bis zum Drechseln und Töpfern.
Ein anderes traditionelles Folklorefest im Freiburger Land im Herbst  ist die Kilbi. Alle Restaurants mit dem Bild der Kuh Flora bieten in dieser Zeit kulinarische Köstlichkeiten mit lokalen Produkten wie Kohlgerichten, Beinschinken,  Büschelibirnen, (Poire à Botzi) und Meringues mit Greyerzer Doppelrahm, dazu als kleine Vorspeise das Freiburger Safranbrot „Cuchaule“ mit dem berühmten Kilbi-Senf aus der delikaten Mischung süsser und scharfer Zutaten.
Und wenn man in diesem Gebiet ist, hier einige Tipps:
Besuch im Strohatelier in Rechthalten
– www.strohatelier.ch
Vier Frauen stellen hier in Handarbeit vor allem die traditionellen Trachten-Strohhüte, insgesamt 127 Modelle,  her, frischen aber auch alte auf und restaurieren sie. Sie pflegen das alte Kulturgut der Strohverarbeitung des Kantons Freiburg.
Alle Arbeitsgänge werden interessierten Besuchern liebevoll erklärt. Das ist wirklich keine Asien-Massenware, hat aber auch seinen Preis. 

Meringue-Herstellung bei Mary (Marie) Christmas in der Boulangerie Angélo Rime in Botterens
– www.meringue.ch
Direkt am Lac de la Gruyère in einem bezaubernden Bauernhaus findet die Fabrikation der berühmten Meringues statt. Wer sie sich einmal im Munde zergehen lassen hat, will dieses wunderbar luftige Gebäck aus Eiweiß und Zucker  immer wieder genießen. Sicherlich gibt die Tochter des Gründers dieser Fabrikation Angélo Rime, Mary Christmas (welch passender Name, denn in alten Zeiten aß man diese Köstlichkeit erst ab September bis Weihnachten), gerne einige Tipps an Besucher weiter. Früher wurden die Eiweisse noch von Hand auf das Blech gespritzt, inzwischen ist alles mechanisiert und so werden  30.000 Meringues täglich produziert. Der köstliche Nachtisch wird mit Früchten und vor allem Crème double serviert.


Ziegenkäse vom Ziegenhof der Familie Lienhard und Ursula Raemy in Weidli Schwarzsee, Telefon 0041-26-4192050
Die Ziegen werden hier geliebt und das sieht man ihnen an. Mit glänzendem Fell und lustig verspielt laufen die sauberen gemsfarbenen Gebirgsziegen von der Weide in den Stall, stellen sich breitbeinig vor die Melkmaschinen und lassen sich dabei sogar liebevoll streicheln.
Der Ziegenkäse ist ein Geheimtipp!

Schaukäserei La Maison du Gruyère
– www.lamaisondugruyere.ch

Seit dem 12. Jahrhundert wird der berühmte Käse mit dem rassigen Aroma hier produziert. Nur die Rohmilch von Kühen, die im Sommer mit frischem Gras und im Winter mit Heu (und natürlich ohne Hinzufügen von Konservierungsmitteln) gefüttert werden, lässt diesen typischen feinen Geschmack des Käses entstehen. Bis zu 18 Monate brauchen die Laibe mit einem Durchmesser von 55 bis 65cm  in der Kellerreifung.
Zweimal täglich liefern die Bauern, die die Betriebsrichtlinien von BIO SUISSE peinlich genau befolgen,  ihre Milch in der Käserei ab. Die Besucher können an Glasfenstern beobachten, wie die muskulösen Käser aus der Rohmilch große runde Gruyère-Käse  (Greyerzer)herstellen. Kaum zu glauben, daß 400 Liter Frischmilch nötig sind für einen Laib  von ungefähr 35kg. Auch in die Veredlungskeller darf man schauen, wo 7000 Laibe gelagert werden.
Je nach Jahreszeit findet die Käsezubereitung drei- bis viermal am Tag zwischen 9 und 14.30 Uhr statt. Kinder sind willkommen und werden herzlich von der Kuh Cerise begrüßt über einen lustigen Informationstext per Kopfhörer, können Fragen beantworten und Tast- und Geruchsrätsel lösen.
Eintritt: Erwachsene CHF 7,--, Kinder ab 12 Jahren: CHF 6, Kinder unter 12: umsonst.

oben
 

für mehr “Umzugsbilder” bitte anwählen

2 Fotos